2027 steigt die mittlere Krankenkassenprämie laut BAG um 5.0 Prozent auf CHF 412.00 pro Monat. Hier siehst du jedes Jahr seit 1996 mit amtlicher Quelle, die Kantone und was du bei der Zahl berücksichtigen musst.
Quelle: BAG, Medienmitteilungen zur Prämiengenehmigung · Stand
Die mittlere Prämie ist die Kennzahl des BAG: alle bezahlten Prämien geteilt durch alle Versicherten, über alle Altersgruppen, Franchisen, Modelle und Kantone. Das BAG meldet sie jeweils Ende September für das Folgejahr. Weil erst später feststeht, wer wohin wechselt, korrigiert es den Wert im Jahr darauf.
«Gemeldet»: Medienmitteilung des BAG zur Prämiengenehmigung (Link im Datum). «Effektiv»: spätere Korrektur in den Faktenblättern des BAG. Frankenwerte vor 2023 hat das BAG in den Medienmitteilungen nicht ausgewiesen.
Seit dem KVG
Standardprämie 1996–2024
Für die lange Sicht führt das BAG die Standardprämie: Erwachsene ab 26 Jahren, Franchise CHF 300, mit Unfall, freie Arztwahl. Sie stieg von CHF 173.08 (1996) auf CHF 554.10 (2024), das 3.2-Fache. Heute wählen über 80 % der Versicherten eine höhere Franchise oder ein Sparmodell und zahlen weniger.
Standardprämie Erwachsene 1996–2024Monatsprämie Erwachsene, Franchise CHF 300, mit Unfall, freie Arztwahl, Schweizer Durchschnitt nach BAG-Statistik T 8.01.
Quelle: BAG, Medienmitteilung vom 29.09.2026 zu den Krankenkassenprämien 2027, Beilage «Kantonale monatliche mittlere Prämien über alle Altersklassen».
Einordnung
Was du berücksichtigen musst
Der Durchschnitt ist nicht deine Prämie
Deine Prämie hängt von Wohnort, Alter, Franchise, Kasse und Modell ab. Innerhalb derselben Gruppe kann eine einzelne Prämie deutlich stärker steigen oder sogar sinken. Massgeblich ist der Brief deiner Kasse, den sie bis Ende Oktober schicken muss.
Die Meldung ist eine Schätzung
Die Zahl im September beruht auf den erwarteten Beständen der Kassen. Wechseln viele Versicherte die Kasse, die Franchise oder das Modell, fällt der effektive Anstieg anders aus: 2023 gemeldet +6.6 %, effektiv +5.4 %; 2026 gemeldet +4.4 %, effektiv +4.3 %.
Die Kosten bestimmen die Prämien
Prämien dürfen nur die Kosten der Grundversicherung decken. 2025 waren das CHF 44,8 Milliarden Leistungen, CHF 411 pro Person und Monat. Die grössten Posten: Arztpraxen CHF 93, Medikamente CHF 89, Spital stationär CHF 75 und Spital ambulant CHF 56 pro Person und Monat.
Reserven sind knapp
Seit 2023 sind die Reserven stark gesunken; Abbauinstrumente kommen kaum noch zum Zug. Für 2027 kalkulieren 5 Kassen knapp und 10 rechnen Kapitalerträge ein. Einen freiwilligen Reserveabbau hat 2024 bis 2026 keine Kasse beantragt.
Kostendämpfung bleibt zentral
Laut BAG haben Massnahmen in den letzten zehn Jahren über CHF 2 Milliarden eingespart. Ein Runder Tisch erarbeitet seit 2024 weitere Massnahmen. Ende 2026 legt der Bundesrat erstmals Kostenziele für 2028 bis 2031 fest; werden sie überschritten, prüft er Korrekturen.
Ab 2028 neue Finanzierung
Mit der einheitlichen Finanzierung (EFAS) zahlen Kantone und Kassen ambulante und stationäre Leistungen nach demselben Schlüssel. Was das für dich heisst: EFAS 2028 erklärt.
Handeln
Was du jetzt tun kannst
Vergleichen und wechseln: Die Kündigung der Grundversicherung muss bis 30.11.2026 bei der Kasse sein. Zum Prämienrechner · Wechsel-Center
Franchise prüfen: Wer selten zum Arzt geht, spart mit einer höheren Franchise. Franchise-Rechner
Modell prüfen: Hausarzt-, HMO- und Telmed-Modelle sind günstiger. Modell-Finder
Kantone vergleichen:Prämienatlas mit allen Kantonen und Regionen.
Häufige Fragen
Um wie viel steigen die Krankenkassenprämien 2027?
Laut BAG steigt die mittlere Monatsprämie 2027 um 5.0 Prozent auf CHF 412.00. Das ist ein Durchschnitt über alle Altersgruppen, Franchisen, Modelle und Kantone; deine eigene Prämie kann deutlich stärker oder schwächer steigen.
Was ist die mittlere Prämie?
Die mittlere Prämie ist die Summe aller bezahlten Prämien geteilt durch die Zahl der Versicherten. Das BAG nutzt sie seit 2018 als Kennzahl, weil es über 200’000 verschiedene Prämien gibt. Sie ist tiefer als die frühere Standardprämie (Erwachsene, Franchise CHF 300, freie Arztwahl, mit Unfall), weil Kinder, höhere Franchisen und Sparmodelle einfliessen.
Warum stimmt der Vorjahreswert nicht mit der damaligen Meldung überein?
Im September schätzt das BAG, wie viele Versicherte welche Kasse, Franchise und welches Modell wählen. Die tatsächliche Wahl steht erst im Lauf des Jahres fest. Für 2023 wurden 6,6 Prozent gemeldet, effektiv waren es 5,4 Prozent; für 2026 4,4 statt 4,3 Prozent.
Warum steigen die Prämien?
Die Prämien müssen die Kosten der Grundversicherung decken. Das BAG nennt mehr Behandlungen, den medizinisch-technischen Fortschritt, die Alterung der Bevölkerung und seit 2024 steigende Tarife. 2025 bezahlte die Grundversicherung Leistungen von CHF 44,8 Milliarden, durchschnittlich CHF 411 pro Person und Monat.
Was kann ich gegen steigende Prämien tun?
Kasse oder Modell auf 30.11.2026 wechseln (Kündigung muss bis 30.11.2026 bei der Kasse sein), die Franchise prüfen und abklären, ob du Anspruch auf Prämienverbilligung hast. Jede Kasse muss dich in der Grundversicherung aufnehmen, ohne Gesundheitsfragen.